Sifu Wayne Yung nimmt Sabine in direkter Linie in die SNAKE CRANE WING CHUN Mun auf

Am Sonntag, 7. August 2016 wurde Sabine von Sifu Wayne Yung als seine direkte Schülerin akzeptiert. Damit ist auch Sabine 7. wing chun Generation. Es gibt nicht viele, denen diese Ehre bis jetzt zuteil geworden ist.

Ich kann kaum in Worte fassen, wie stolz ich auf sie bin – sie hat es sich hart erarbeitet.

Glückwunsch und großes Kompliment von mir.

Selbstverteidigung wing chun

wing chun Selbstverteidigung

In dem Artikel: Ich kämpfe nie, bin ich darauf eingegangen, dass wing chun Selbstverteidigung und Kämpfen nichts miteinander zu tun hat. Heute gehe ich etwas ausführlicher auf den Unterschied ein:

Grob unterteilt gibt es zwei Arten von Angriffen die für die Selbstverteidigung relevant sind: Pöbelangriffe und Überfälle.

Pöbelangriffe:

SelbstverteidigungRund 80 Prozent aller Selbstverteidigung – Situationen basieren auf Pöbelangriffen. Hierzu bedarf es immer zwei Kontrahenten, die sich darauf einlassen! Diese Schlägereien laufen meist nach dem selben Muster ab: Gegenseitige Beschimpfung, Schupsen, Prügeln. Frauen sind davon sehr selten betroffen, da sie nicht so testosterongesteuert sind und solchen Attacken einfach aus dem Weg gehen. Männer sind auch nur die betroffen, die sich aktiv darauf einlassen. Deshalb ist es genau genommen keine Selbstverteidigung, sondern ein gegenseitiges Spiel. Die Gründe sind oft vollkommen lächerlich – man will nicht das Gesicht vor der Partnerin oder den Kumpels verlieren – man will zeigen, dass man der Größte, der Tollste und der Stärkste ist. Das bedeutet: Jemand pöbelt dich an, du willst dich nicht vor den andern demütigen lassen und pöbelst zurück. An dieser Stelle gibt es kein Zurück mehr!

Dazu solle man aber wissen, dass diese Kämpfe fatal enden können:

  • Du verlierst und stirbst
  • Du verlierst und bist schwer verletzt
  • Du gewinnst und hast dir die Hand dabei schwer verletzt (70% aller Fälle, in denen man jemandem mit der Faust ins Gesicht schlägt, enden mit einer Handoperation)
  • Du gewinnst und gehst wegen Unverhältnismäßigkeit ins Gefängnis, wo du dann auf andere Gewaltverbrecher triffst.

Ich sage es an dieser Stelle ganz direkt: Wer sich auf so etwas einlässt, muss sehen wie er mit den Konsequenzen klarkommt.

Aber was definiere ich als Prügelei und was als Selbstverteidigung? Diese Frage kann jeder für sich selbst beantworten:

Stelle dir bitte daheim in Ruhe folgende Frage (in der realen Situation ist es dafür zu spät):
„Wofür bin ich bereit mein Leben in höchste Gefahr zu bringen“? Oder noch krasser ausgedrückt: „Wofür bin ich bereit zu sterben?“

  • Weil mich jemand beleidigt?
  • Weil mir jemand die Vorfahrt nimmt (wer an dieser Stelle den andern gestikulierend maßregeln will, weiß nicht, wen er vor sich hat)?
  • Weil mir ein anderer Autofahrer den Finger zeigt?
  • Weil mich jemand anpöbelt?
  • Weil jemand mein Leben bedroht?
  • Weil jemand das Leben meiner Frau oder meines Kindes bedroht?

Überfälle:

Selbstverteidigung FrauenMit den letzten beiden Punkten der vorherigen Aufzählung sind wir bei den überfallartigen Angriffen – der „echten“ Selbstverteidigung angekommen. Diese kommen aus dem Nichts. Mit Überfall meine ich nicht Raub, sondern wie es mir zum Beispiel erging, als ich damals den 6. Schülergrad wing chun hatte:

 

Drei Typen kamen auf mich zu. Der mittlere fragte:
„Kann ich dich mal was fragen?“
Ich sagte:
„Ja“
In diesem Moment schlug er mit einem rechten Schwinger ohne Vorwarnung voll zu.

Bei überfallartigen Angriffen ist entscheidend, wie man auf eine solche Selbstverteidigung – Situation vorbereitet ist. Genau hierfür ist unser Training im SNAKE CRANE WING CHUN ausgelegt.

Selbst der Angreifer sein:

Ich finde es unfassbar, wer alles im Straßenverkehr andere anpöbelt, die Faust oder den Finger zeigt, etc. Was ist, wenn diejenigen mal an den „Richtigen“ geraten? Sabine hatte vor kurzem beobachtet, wie ein Autofahrer auf der Einfahrt zum Parkgelände einen Fußgänger zuerst fast angefahren hätte und diesen dann auch noch anpöbelte, nachdem der Fußgänger sich beschwerte. Dieser erwartete den Autofahrer dann auf dem Parkplatz, schleuderte ihn auf seine Motorhaube und „verpasste ihm eine“. Alle Passanten, die das beobachteten, sahen nur den „Schläger“, der den armen Autofahrer verprügelte, ohne die Vorgeschichte zu kennen. Der „Prügler“ sagte dann: „Eine Entschuldigung hätte mir genügt!“. Wer war denn nun der Angreifer? Wer musste sich selbstverteidigen? Wer einen andern – auch wenn er sich im Recht fühlt – anpöbelt oder ihn beleidigt, sollte damit rechnen, dass er sich schneller in einer Schlägerei befindet, als ihm vielleicht lieb ist. Was hat das mit Selbstverteidigung zu tun? Nichts!

Fazit:

Im SNAKE CRANE WING CHUN ist es uns wichtig, dass die Mitglieder die Größe haben, Pöbelkonflikten aus dem Weg zu gehen und die Fähigkeit zur Selbstverteidigung zu besitzen. Wir bilden keine Schläger aus, wir trainieren Automatismen, um überfallartige Angriffe reflexartig beantworten zu können.

Unabhängig des Stils, den du vielleicht zur Selbstverteidigung betreibst, ist meiner Meinung die Unterteilung dieser Angriffsarten wichtig, da sie jeweils eine vollkommen andere Herangehensweise fordern.

Anmerkung:

Snake Crane Wing Chun Germany2Mein oberstes Ziel ist: „Ich bin glücklich, führe ein schönes Leben und bin gesund und vital.“ Damit das so ist und bleibt, werde ich

  • – möglichst nicht dort hingehen, wo Stunk zu erwarten ist
    – mich nicht auf Pöbeleien einlassen
    – wenn es sich nicht vermeiden lässt und ich kämpfen muss
    o möglichst unversehrt bleiben
    o den Gegner so schnell wie möglich kampfunfähig machen

Zuerst Prävention, dann Deeskalation, dann Selbstbehauptung und zuletzt Selbstverteidigung ist der Weg, den wir im SNAKE CRANE WING CHUN gehen!

Ich kämpfe nie

Viele Kampfkünstler sagen, dass sie nicht kämpfen, so lange es sich vermeiden lässt. Ich gehe noch einen Schritt weiter – ich kämpfe NIE!

Aber was bedeutet das in der Realität?

Als erstes versuche ich gar nicht erst in eine Kampfsituation zu geraten. Das gelingt mit etwas Vorausdenken meist sehr gut – also nicht dort zu sein, wo es Ärger gibt. Wenn das nicht geklappt hat, versuche ich zu deeskalieren. Wer es schafft, einen Aggressor zu besänftigen und dadurch einen Kampf verhindert, bei dem es ansonsten mindestens einen Verletzten (meist sogar einen Schwerverletzten) gegeben hätte, ist der Held. Wer sich prügelt, weil jemand Schwachkopf zu ihm sagt, beweist damit, dass er einer ist.

Nur wenn es gar nicht anders geht, wird der Aggressor so schnell wie möglich kampfunfähig gemacht – was nach meiner Definition nicht kämpfen ist! Kämpfen bedeutet: Beide nehmen eine Kampfstellung ein und beginnen wie in einem Wettkampf zu kämpfen. Oder ein Aufschaukeln der Situation: Der eine pöbelt, der andere pöbelt zurück – der eine schupst, der andere schupst zurück – der eine schlägt, der andere schlägt zurück.

Auf all das lasse ich mich niemals ein! Wenn ich angegriffen werde, geht es einzig und alleine darum, dass er Gegner in wenigen Sekunden kampfunfähig ist.

Gefährliche Monster

Aktuell ist das „Taschenmonster“ Spiel ein absoluter Renner. Mittlerweile nutzen einige schwarze Schafe diesen Hype aus, um Kinder und Jugendliche in ihr Auto oder in abgelegene Gegenden zu locken. Hierzu gibt es zwei unterschiedliche Strategien.

1. Man stellt sich in eine „dunkle Ecke“ und erkauft sich per Lockmodul etliche Monster. Diese sind dann von allen, die sich in der Nähe befinden, auf ihrem Smartphone zu sehen. Nun machen sich die Kids gedankenlos auf den Weg dorthin und werden dementsprechend von den Tätern empfangen.

2. Man stellt sich zu einem Teenager, der gerade das Monsterspiel spielt. Dann telefoniert man über Handy darüber, dass jemand einen „xyz“ (besonders wertvolles Monster) gesehen hat – und zwar so, dass es das Opfer mitbekommt. Nun bietet man dem Opfer an, es im Auto mit dorthin zunehmen.

Beide Strategien funktionieren sehr einfach und effektiv.

Liebe Eltern, Onkel und Tanten, klärt eure Kleinen bitte diesbezüglich auf!

Prävention ist besser als Selbstverteidigung!

Anmerkung – ich habe aus rechtlichen Gründen nicht die geschützten Begriffe genommen.

Kindertraining wing chun

Kinderprüfung

Am Sonntag hatten wir die Prüfungen für die Kinder durchgeführt.
Diesmal war die Leistung, die alle erbracht haben, außergewöhnlich hoch.
Danke auch an Carolin, die es sich nicht hat nehmen lassen, trotz Bänderriss, den sie sich kurz vorher zugezogen hatte, „ihre“ Kinder bei der Prüfung zu unterstützen.
Glückwunsch an alle!