3 Denkfehler, die einen Messerangriff noch gefährlicher machen – Selbstverteidigung gegen Messerattacken

Messerangriffe sind an sich schon extrem gefährlich. Doch folgende 3 Denkfehler machen diese Attacken in der Selbstverteidigung noch gefährlicher:

1. Er will nur mein Geld

Viele gehen davon aus, dass wenn sie mit einem Messer bedroht werden, dieser nur das Geld haben möchte. In der heutigen Zeit ist das Motiv für die meisten Messerattacken ein vollkommen anderes. Wer also davon ausgeht, dass wenn er einem Angreifer sein Geld übergibt damit das Problem gelöst hat, kann sein blaues Wunder erleben.

2. Ich sehe im Vorfeld das Messer

Viele glauben, Wegrennen sei die beste Möglichkeit, einer Messerattacke zu entgehen. Manche glauben auch, sich mit Pfefferspray wehren zu können. Dies setzt jedoch voraus, dass man im Vorfeld erkennt, dass der Angreifer bewaffnet ist. Leider ist dies selten der Fall.

3. Der Angreifer attackier mit einer einzelnen und klar definierten Attacke

Viele Selbstverteidigungstechniken zielen darauf ab, die Waffenhand des Gegners zu kontrollieren. Dies funktioniert aber nur, wenn der Gegner eine einzelne Attacke begeht. Die Realität sieht da leider deutlich anders aus. Die Täter nutzen beide Hände und stechen sehr oft und aus verschiedenen Winkeln zu.

In diesem Video gehe ich sehr ausführlich auf dieses Thema ein:

Selbstverteidigung für Kinder

Selbstverteidigung für Kinder

Wie man sieht, steht in unserem Training der Spaß im Vordergrund. Es ist uns wichtig, die Kinder mit Freude an das Thema zu führen und sie dabei zu unterstützen, starke Persönlichkeiten zu werden.

Erfolgsdruck werden sie in ihrem Leben noch genug bekommen – aber nicht bei uns!

Mittlerweile haben wir einige Videos zu diesem Thema auf unserem YouTube Kanal in der Playlist: „Selbstverteidigung für Kinder“

Du liest gerade: „Selbstverteidigung für Kinder „.

Kampfsport Grünstadt

Kampfsport – Selbstverteidigung – wing chun im Kreis Bad Dürkheim

In unserer Kampfkunstschule Grünstadt Kreis Bad Dürkheim bieten wir Kampfsport, Selbstverteidigung, wing chun Kung Fu und Qigong für Kinder und Erwachsene an.

Hier ein paar Impressionen unserer Kampfkunstschule:

 

Unsere Trainingszeiten

Es ist wichtig zu wissen, dass wir keinen Wettkampf – Kampfsport betreiben.

In unserem Kindertraining geht es um Selbstbehauptung, Prävention, Selbstverteidigung und um Spaß. Die Kinder lernen Gefahrensituationen zu erkennen und sich entsprechend zu verhalten Außerdem werden durch unser spezifisches Training die Kinder körperlich und emotional stabiler.

Hier ein paar Impressionen aus unserem Kindertraining:

 

In unserem Erwachsenentraining steht die Selbstverteidigung klar im Vordergrund. Dabei geht es nicht um Körperkraft, Regeln, Fairness oder Gewichtsklassen – es geht einzig und alleine darum möglichst unversehrt aus einer Angriffssituation zu gelangen. Dabei bedienen wir uns SNAKE CRANE WING CHUN – einem extrem effektiven Selbstverteidigungskonzept. Fitnessübungen sind im wing chun Training nicht vorhanden – wir verbringen unsere Zeit ausschließlich damit, so schnell wie möglich selbstverteidigungsfähig zu werden.

Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit trainieren wir separat in unserem Fitness wing chun.

Für einen gesunden und vitalen Körper und Geist sorgen wir in unserem Qigong Training. Qigong – oder auch Chi Gung – dient dazu, die Lebensenergie (Bioelektrizität) auf einem hohen Niveau fließen zu lassen. Mehr dazu hier.

Was ist SNAKE CRANE WING CHUN?

SNAKE CRANE WING CHUN ist eine traditionelle chinesische Kampfkunst – Kampfsport – und wurde einzig und alleine dazu entwickelt, sich verteidigen zu können. Es entstand zu einer Zeit als der schlimmste Bürgerkrieg der Weltgeschichte in China wütete. Chinesen mussten sich gegen die körperlich und zahlenmäßig übermächtigen Cheng Kämpfer behaupten. Dazu entwickelte Leung Lan Kwai aus einem hervorragenden aber komplexen Kung Fu – dem Sea Hok Kuen (Schlangen Kranich Faust) – das Schlangen Kranich wing chun (SNAKE CRANE WING CHUN), das äußerst effektiv und einfach umsetzbar ist.

Die ausführliche Geschichte findest du hier.

Du liest gerade: Kampfsport – Selbstverteidigung – wing chun im Kreis Bad Dürkheim

3 Angriffsarten die wir im wing chun beachten müssen

Es gibt 3 verschiedene Angriffsarten, mit denen wir im wing chun umgehen müssen:

– Man wird angepöbelt
– Man wird überfallen
– Einbruch

Wer sich auf einen Pöbelangriff einlässt, ist selbst schuld – darauf gehen wir in unserer Kampfkunstschule nicht ein.
Bei uns geht es um die überfallartigen angriffe, die immer unverhofft kommen:

Selbstverteidigung Frauen

Selbstverteidigung oder Bodyguard

Vor einiger Zeit bin ich in dem Artikel: „Selbstverteidigung und Emotionen“ auf die verschiedenen Modi eingegangen, in die man in einer Stresssituation geraten kann.

Nun können – wie beschrieben – in Angriffssituationen ganz unterschiedliche Modi von mir abverlangt werden.

Aber was ist, wenn nicht ich selbst, sondern eine mir nahestehende Person angegriffen wird? Wenn ich zum Beispiel meine Tochter vom Bahnhof abhole und sehe, wie sie angegriffen wird? Weglaufen? Sicher nicht!
Und was mache ich, wenn bei uns eingebrochen wird?

In diesen Fällen bin ich ein Bodyguard und muss mich auch dementsprechend verhalten. Dies verlangt eine ganz spezielle Herangehensweise! Zum einen komme ich selbst in einen anderen Modus, zum andern sollte die angegriffene Person wissen, wie sie sich verhalten sollte. Außerdem brauche ich in solchen Situationen spezielle Techniken und spezielle Strategien.

Einem Streit aus dem Wege zu gehen ist immer die erste Wahl, aber meiner Familie gegenüber bin ich der „Schutzbeauftragte“.

Das gleiche gilt übrigens auch für Mütter gegenüber ihren Kindern. Wenn eine Mutter sieht, wie sich jemand an ihrem Kind vergreifen will, wird sie sicher nicht weglaufen. Die große Frage ist nur, was sie stattdessen tun wird und ob dies ziehführend ist?

Es geht hier nicht darum paranoid zu werden, aber es ist besser, auf eine solche Situation vorbereitet zu sein. Meine Tochter lief nachts nach einem Weinfest mit ein paar Freunden heim, als sie von einer Gruppe belästigt wurden. Einer von Carolins Freunden sagte dann: „Hole schnell Caros Vater!“ (schon interessant, sie hätten ja auch die Polizei rufen können). So schnell ist man in einer Situation, in die man selbst nie geraten würde – ich bin um diese Uhrzeit nicht mehr auf einem Weinfest, um genau solchen Situationen aus dem Weg zu gehen.

Auch als Abteilungsleiter kam ich hinzu, als ein Mitarbeiter einem Kollegen der am Boden lag mit dem Sicherheitsschuh mehrfach ins Gesicht trat. In der Londoner U-Bahn wurde ich Zeuge, wie ein Mann eine Frau belästigte. Einzuschreiten ist keine Selbstverteidigungssituation – im Prinzip wird man selbst zum Angreifer. Dies erfordert eine komplett andere Strategie. In einer Selbstverteidigungssituation bringt man sich möglichst aus dem „Schussfeld“ – in einer solchen Situation wirft man sich förmlich hinein.

Ihr seht, es ist nicht immer so schwarzweis, wie man glauben könnte. Viele sind sich sicher, jedem Streit aus dem Weg gehen zu können – aber trifft das unter solchen Umständen auch zu? Jede Situation erfordert eine eigene Vorgehensweise – darauf sollten wir vorbereitet sein!

https://snakecranewingchun.de/kurse/frauenselbstverteidigung/

Jetzt neu – jeden Sonntag Frauenselbstverteidigung in Grünstadt

Ab dem 4. September 2016 bieten wir speziell für Frauen ein Gruppentraining zur Selbstverteidigung an.

Das Training findet jeden Sonntagmorgen von 10.00 Uhr bis 11.00 Uhr in Grünstadt, Dieselstraße 1 statt.

Eine Anmeldung ist jederzeit möglich, körperliche Voraussetzungen oder Vorkenntnisse sind keine gefordert.

Hier kannst du dich unverbindlich zu einem kostenlosen Probetraining anmelden

Nähere Informationen zu unserer Frauenselbstverteidigung

Selbstverteidigung Emotionen

Selbstverteidigung und Emotionen

Letzten Dienstag bin ich in unserem Training auf die Emotionen und deren Auswirkungen auf die Selbstverteidigung eingegangen. Die Übung, die wir dazu gemacht haben, war für den ein oder andern ein echtes Aha-Erlebnis.

Im Nachhinein ergibt sich zu diesem Thema aber noch folgende Frage: Welche Emotionen sind in einer Selbstverteidigungssituation zielbringend und welche eher hinderlich?

Im SNAKE CRANE WING CHUN ist der Mindset ein wesentlicher Faktor. Es geht nicht nur darum, wie ich handle, es ist auch von immenser Wichtigkeit, welche Emotionen ich habe und was ich denke. Erst die richtige Kombination von Denken, Fühlen und Handeln entscheidet darüber, wie Selbstverteidigungsfähig du bist. Was nutzen dir die besten Techniken, wenn du vor Angst erstarrst?

Selbstverteidigung FrauenUm dies näher beleuchten zu können, stellt sich jedoch erst einmal die Frage nach dem Status quo. Um diesen herauszufinden, stelle euch für unterschiedliche Situationen folgende Frage: „Was macht das mit mir?“!

Findet nun heraus, in welchen Modus ihr verfallt – welche Gefühle ihr bekommt – wenn ihr

– körperlich bedroht werdet
– seht, wie Euer Partner oder Kind bedroht wird
– verbal auf der Straße angegriffen werdet
– beleidigt werdet
– ungerecht behandelt werdet
– in eine Situation geratet, die euch überfordert
– eine Ohrfeige bekommt
– umklammert werdet
– gewürgt werdet
– getroffen werdet
– verletzt werdet
– jemanden verletzt habt
– vor mehreren Angreifern steht
– mit einem Messer bedroht werdet
– angespuckt werdet
– …

Um nur ein Beispiel herauszustreichen: Manche „Antänzer“ spucken ihre Opfer an um damit zu erreichen, dass diese durch den Ekel handlungsunfähig werden – was in vielen Fällen auch gelingt.

Egal, wie gut trainiert man ist – wenn einen eine solche Situation lähmt, versteift oder schwächt, stehst man da, wie ein Anfänger.

SelbstverteidigungFragt euch also, ob der Modus zu jedem einzelnen Thema eher zielbringend oder hinderlich ist. Dann stellt euch bitte die entscheidende Frage, welche Emotionen für die jeweilige Situation besser geeignet sein könnten.

Es gibt Leute, die glauben, dass Wut das optimale Gefühl zum Kämpfen ist. IST ES NICHT!
Angst ist es natürlich auch nicht! Und trotzdem sind es gerade diese beiden Emotionen, in die die Meisten in einer Selbstverteidigungssituation verfallen.

Ich möchte in diesem Beitrag noch nicht vorgeben, welche Emotionen wir im SNAKE CRANE WING CHUN zum Kämpfen bevorzugen – ich glaube, es ist viel wichtiger, dass sich jeder selbst damit beschäftigt.

Viel Spaß dabei und sprecht euren Sifu oder mich bitte an, wenn ihr mehr darüber wissen möchtet.

Aufmerksamkeit Selbstverteidigung

Aufmerksamkeit statt Selbstverteidigung

Gerade erlebte ich folgende Situation persönlich hier in Grünstadt Sausenheim (es ist für mich ein Unterschied, ob ich es in FB lese und das Ganze in irgendwelchen dubiosen Ecken geschieht, oder ob ich es selbst in unserem besinnlichen Vorort miterlebe):

Ich fuhr gerade einkaufen, als mir eine Joggerin entgegen kam – blond, sehr kurze Shorts, knappes Shirt. Ca. fünfzig Meter hinter ihr fuhren fünf Fahrradfahrer. Sie wirkten ungepflegt, mittleren Alters und südländischer Abstammung. Die Fahrräder waren alt und klapprig und die Reifen hatten kaum Luft. Die Mimik und Gestik dieser Männer ließen mich vermuten, dass sie nichts Gutes im Schilde führten. Also wendete ich und fuhr langsam hinterher, um diese Situation zu beobachten und gegebenenfalls einschreiten zu können.

Sie beeilten sich, um zu der Joggerin aufzuschließen und verlangsamten dann ihr Tempo, um in einem Meter Abstand hinter ihr herzufahren. Nun fuhren zwei an ihr vorbei um dann dicht vor ihr zu bleiben, einer scherte aus und fuhr rechts neben ihr und zwei blieben sehr dicht hinter ihr. Sie war eingekreist. Ich fand es war an der Zeit, etwas zu unternehmen. Also fuhr ich an dem Geschehen vorbei und stellte mich weiter vorne auf den Bürgersteig. Als die Joggerin kam, winkte ich ihr, um ihr zu signalisieren, dass ich mich mit ihr unterhalten möchte. Ich ging davon aus, damit die Situation zu entschärfen.

Die Joggerin ignorierte mich und lief mit ihrem gesamten Tross an mir vorbei. Vielleicht war ich ihr ja unheimlich. Allerdings joggte sie auch an einer Autokolonne vorbei, die vor einer roten Ampel stand und an einer Tankstelle wo sie sofort Hilfe bekommen hätte (kurz in die Tankstelle gehen und warten, was geschieht wäre eine einfache Möglichkeit gewesen). Stattdessen bog sie in Richtung Friedhof ab. Die Fahrradfahrer, die hinter und neben ihr fuhren, folgten ihr direkt, die beiden, die vor ihr fuhren und damit bereits an der Friedhofstraße vorbei gefahren waren, kehrten um, und folgten ihr auch. Ich stieg aus meinem Wagen und verfolgte die Kolonne zu Fuß. Doch die Joggerin hatte keine bessere Idee, als in den einsamen Feldern hinter dem Friedhof weiterzulaufen – die Fahrradfahrer dabei im Schlepptau. An einer Weggablung verlor ich den Tross aus den Augen.

Aufmerksamkeit statt SelbstverteidigungIch will niemandem etwas unterstellen – wahrscheinlich ist nichts passiert. Und auf keinen Fall möchte ich den Opfern von Gewaltverbrechen eine Mitschuld zusprechen. Ich möchte einzig und alleine die Sensibilität für Gefahrensituationen erhöhen. Momentan boomt der Verkauf von Selbstverteidigungsartikeln wie zum Beispiel Pfefferspray. Doch eine gesunde Sensibilität ist durch nichts zu ersetzen.

Wie groß war in dieser Situation deiner Meinung nach die Wahrscheinlichkeit für ein Gewaltverbrechen? Und wenn sie nur ein Prozent war – die Joggerin hätte sie auf NULL setzen können, in dem sie in die Tankstelle gegangen wäre, sich mit mir unterhalten hätte, oder einen wartenden Autofahrer angesprochen hätte.

Nochmal – Täter ist Täter und Opfer ist Opfer. Es geht nicht um Mitschuld! Doch um es deutlich zu sagen: Wer eine solche Situation entweder nicht wahrnimmt oder diese nicht ernst nimmt setzt sich unnötigen Gefahren aus.

Ich habe selbst fünf Übergriffe gegen Frauen miterlebt und konnte bei vieren davon einschreiten. Aber eines hatte alle gemeinsam: Sie hätten sehr einfach von vorneherein verhindert werden können.
Selbstverteidigung fängt mit Prävention an und diese beginnt mit Aufmerksamkeit. Diese wiederum beginnt mit visueller und auditiver Wahrnehmung. Man muss einfach sehen und hören, was um einen herum geschieht und dieses Geschehen realistisch einordnen.

Selbstverteidigung und AufmerksamkeitEin Bekannter von mir wurde auf einem Weinfest angepöbelt. Er wollte sich nicht darauf einlassen und ging weg. Bis dahin hatte er alles richtig gemacht – s. wing chun Selbstverteidigung. Doch verlor er dabei den Blickkontakt und der Bully sprang ihm in den Rücken.

Wenn ich in meinen Selbstverteidigungskursen solche Beispiele bringe, ist das immer sofort allen klar. Doch wie sieht es in der Realität aus?

Selbstverteidigung wing chun

wing chun Selbstverteidigung

In dem Artikel: Ich kämpfe nie, bin ich darauf eingegangen, dass wing chun Selbstverteidigung und Kämpfen nichts miteinander zu tun hat. Heute gehe ich etwas ausführlicher auf den Unterschied ein:

Grob unterteilt gibt es zwei Arten von Angriffen die für die Selbstverteidigung relevant sind: Pöbelangriffe und Überfälle.

Pöbelangriffe:

SelbstverteidigungRund 80 Prozent aller Selbstverteidigung – Situationen basieren auf Pöbelangriffen. Hierzu bedarf es immer zwei Kontrahenten, die sich darauf einlassen! Diese Schlägereien laufen meist nach dem selben Muster ab: Gegenseitige Beschimpfung, Schupsen, Prügeln. Frauen sind davon sehr selten betroffen, da sie nicht so testosterongesteuert sind und solchen Attacken einfach aus dem Weg gehen. Männer sind auch nur die betroffen, die sich aktiv darauf einlassen. Deshalb ist es genau genommen keine Selbstverteidigung, sondern ein gegenseitiges Spiel. Die Gründe sind oft vollkommen lächerlich – man will nicht das Gesicht vor der Partnerin oder den Kumpels verlieren – man will zeigen, dass man der Größte, der Tollste und der Stärkste ist. Das bedeutet: Jemand pöbelt dich an, du willst dich nicht vor den andern demütigen lassen und pöbelst zurück. An dieser Stelle gibt es kein Zurück mehr!

Dazu solle man aber wissen, dass diese Kämpfe fatal enden können:

  • Du verlierst und stirbst
  • Du verlierst und bist schwer verletzt
  • Du gewinnst und hast dir die Hand dabei schwer verletzt (70% aller Fälle, in denen man jemandem mit der Faust ins Gesicht schlägt, enden mit einer Handoperation)
  • Du gewinnst und gehst wegen Unverhältnismäßigkeit ins Gefängnis, wo du dann auf andere Gewaltverbrecher triffst.

Ich sage es an dieser Stelle ganz direkt: Wer sich auf so etwas einlässt, muss sehen wie er mit den Konsequenzen klarkommt.

Aber was definiere ich als Prügelei und was als Selbstverteidigung? Diese Frage kann jeder für sich selbst beantworten:

Stelle dir bitte daheim in Ruhe folgende Frage (in der realen Situation ist es dafür zu spät):
„Wofür bin ich bereit mein Leben in höchste Gefahr zu bringen“? Oder noch krasser ausgedrückt: „Wofür bin ich bereit zu sterben?“

  • Weil mich jemand beleidigt?
  • Weil mir jemand die Vorfahrt nimmt (wer an dieser Stelle den andern gestikulierend maßregeln will, weiß nicht, wen er vor sich hat)?
  • Weil mir ein anderer Autofahrer den Finger zeigt?
  • Weil mich jemand anpöbelt?
  • Weil jemand mein Leben bedroht?
  • Weil jemand das Leben meiner Frau oder meines Kindes bedroht?

Überfälle:

Selbstverteidigung FrauenMit den letzten beiden Punkten der vorherigen Aufzählung sind wir bei den überfallartigen Angriffen – der „echten“ Selbstverteidigung angekommen. Diese kommen aus dem Nichts. Mit Überfall meine ich nicht Raub, sondern wie es mir zum Beispiel erging, als ich damals den 6. Schülergrad wing chun hatte:

 

Drei Typen kamen auf mich zu. Der mittlere fragte:
„Kann ich dich mal was fragen?“
Ich sagte:
„Ja“
In diesem Moment schlug er mit einem rechten Schwinger ohne Vorwarnung voll zu.

Bei überfallartigen Angriffen ist entscheidend, wie man auf eine solche Selbstverteidigung – Situation vorbereitet ist. Genau hierfür ist unser Training im SNAKE CRANE WING CHUN ausgelegt.

Selbst der Angreifer sein:

Ich finde es unfassbar, wer alles im Straßenverkehr andere anpöbelt, die Faust oder den Finger zeigt, etc. Was ist, wenn diejenigen mal an den „Richtigen“ geraten? Sabine hatte vor kurzem beobachtet, wie ein Autofahrer auf der Einfahrt zum Parkgelände einen Fußgänger zuerst fast angefahren hätte und diesen dann auch noch anpöbelte, nachdem der Fußgänger sich beschwerte. Dieser erwartete den Autofahrer dann auf dem Parkplatz, schleuderte ihn auf seine Motorhaube und „verpasste ihm eine“. Alle Passanten, die das beobachteten, sahen nur den „Schläger“, der den armen Autofahrer verprügelte, ohne die Vorgeschichte zu kennen. Der „Prügler“ sagte dann: „Eine Entschuldigung hätte mir genügt!“. Wer war denn nun der Angreifer? Wer musste sich selbstverteidigen? Wer einen andern – auch wenn er sich im Recht fühlt – anpöbelt oder ihn beleidigt, sollte damit rechnen, dass er sich schneller in einer Schlägerei befindet, als ihm vielleicht lieb ist. Was hat das mit Selbstverteidigung zu tun? Nichts!

Fazit:

Im SNAKE CRANE WING CHUN ist es uns wichtig, dass die Mitglieder die Größe haben, Pöbelkonflikten aus dem Weg zu gehen und die Fähigkeit zur Selbstverteidigung zu besitzen. Wir bilden keine Schläger aus, wir trainieren Automatismen, um überfallartige Angriffe reflexartig beantworten zu können.

Unabhängig des Stils, den du vielleicht zur Selbstverteidigung betreibst, ist meiner Meinung die Unterteilung dieser Angriffsarten wichtig, da sie jeweils eine vollkommen andere Herangehensweise fordern.

Anmerkung:

Snake Crane Wing Chun Germany2Mein oberstes Ziel ist: „Ich bin glücklich, führe ein schönes Leben und bin gesund und vital.“ Damit das so ist und bleibt, werde ich

  • – möglichst nicht dort hingehen, wo Stunk zu erwarten ist
    – mich nicht auf Pöbeleien einlassen
    – wenn es sich nicht vermeiden lässt und ich kämpfen muss
    o möglichst unversehrt bleiben
    o den Gegner so schnell wie möglich kampfunfähig machen

Zuerst Prävention, dann Deeskalation, dann Selbstbehauptung und zuletzt Selbstverteidigung ist der Weg, den wir im SNAKE CRANE WING CHUN gehen!

Ich kämpfe nie

Viele Kampfkünstler sagen, dass sie nicht kämpfen, so lange es sich vermeiden lässt. Ich gehe noch einen Schritt weiter – ich kämpfe NIE!

Aber was bedeutet das in der Realität?

Als erstes versuche ich gar nicht erst in eine Kampfsituation zu geraten. Das gelingt mit etwas Vorausdenken meist sehr gut – also nicht dort zu sein, wo es Ärger gibt. Wenn das nicht geklappt hat, versuche ich zu deeskalieren. Wer es schafft, einen Aggressor zu besänftigen und dadurch einen Kampf verhindert, bei dem es ansonsten mindestens einen Verletzten (meist sogar einen Schwerverletzten) gegeben hätte, ist der Held. Wer sich prügelt, weil jemand Schwachkopf zu ihm sagt, beweist damit, dass er einer ist.

Nur wenn es gar nicht anders geht, wird der Aggressor so schnell wie möglich kampfunfähig gemacht – was nach meiner Definition nicht kämpfen ist! Kämpfen bedeutet: Beide nehmen eine Kampfstellung ein und beginnen wie in einem Wettkampf zu kämpfen. Oder ein Aufschaukeln der Situation: Der eine pöbelt, der andere pöbelt zurück – der eine schupst, der andere schupst zurück – der eine schlägt, der andere schlägt zurück.

Auf all das lasse ich mich niemals ein! Wenn ich angegriffen werde, geht es einzig und alleine darum, dass er Gegner in wenigen Sekunden kampfunfähig ist.